Nach der Weltreise ist (vieles ganz anders als) vor der Weltreise. Die Fortsetzung.
- Simon Erni
- 23. Nov. 2018
- 4 Min. Lesezeit
Wo soll ich anfangen? Rückblick oder Ausblick? Vieleicht einfach mit der Gegenwart. Aktuell bin ich da, wo ich schon vor einem Jahr war. Ich bin in Ushuaia. (Ja "nach der Weltreise ist vor der Weltreise"). Ushuaia liegt am Kap Horn und wird durch seine Lage am "südlichsten" Zipfel von Südamerika (und auch wegen der langen Anreise von über 20 Flugstunden) auch offiziell als den Ort am Ende der Welt bezeichnet. Heute ist ein besonderer Tag und ich freue mich sehr darüber, hier zu sein. In wenigen Stunden mache ich mich nochmals auf den Weg zu jenem Ort, der mir vor rund einem Jahr in jeder Hinsicht die Sprache "verschlagen" hat. Ja ich werde nochmals in die Antarktis reisen.

Ein Gruss aus Ushuaia.
Hätte mich jemand vor rund einem Jahr gefragt, ob ich nochmals in die Antarktis reisen werde in meinem Leben, hätte ich wohl mit "nein" geantwortet. Eine Reise in die Antarktis war für mich immer ein "Once in a lifetime experience". Eine Reise, die ich unbedingt einmal machen wollte, mir aber nie erträumt hätte, dass ich heute (genau ein Jahr und zehn Tage nach meinem ersten Abenteuer in die Antarktis) nochmals hier in Ushuaia sein werde. Nun ja, vieles ist anders gekommen - und dieses Mal werde ich sogar für drei Wochen ins ewige Eis der Antarktis reisen.

Liebe Pinguine, ich werde wiederkommen. Ich freue mich.
Ja - einerseits ist nach meiner Weltreise (die ja irgendwie noch immer weitergeht) alles gleich geblieben: Ich sehe immer noch ziemlich gleich aus, benutze noch dasselbe Parfum, habe noch die gleichen Wanderschuhe und bin irgendwie nach wie vor "Abenteurer und Weltreisender". Und doch ist alles anders geworden. Dass ich heute nochmals hier bin, hat vor allem einen Grund. Und da heute ein besonderer Tag ist, ist es auch eine gute Gelegenheit um ein besonderes Geheimnis zu lüften. Vor rund einem Jahr habe ich hier in Ushuaia auf dem Weg in die Antarktis Josi getroffen. Josi hat eine führende Position auf dem Schiff, mit dem ich auch dieses Mal wieder in die Antarktis reise. Josi ist Brasilianerin und hat ein Lachen, wie ich es bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gesehen habe. Ich habe mich in Josi verliebt. Josi ist meine Seelenverwandte und zusammen sind wir bereits letztes Jahr an viele Orte dieser Welt zusammen hin gereist. Und heute - Heute ist der Tag, wo ich meine Josi nach rund einem Monat wiedersehe. Ich freue mich riesig.

Erinnerungen. Augenblicke. Zukunft.
Ich könnte jetzt noch darüber schreiben, wie wir uns genau kennengelernt haben, warum ich nochmals hier bin, wie meine Kabine für die nächsten drei Wochen aussieht oder warum ich Weihnachten dieses Jahr in Brasilien verbringen werde. Ich könnte darüber schreiben, warum ich gerade sehr glücklich und auch aufgeregt bin, könnte darüber schreiben, was ich alles gemacht habe hier in Ushuaia oder warum es in Ushuaia ausgezeichnete Hamburger und auch sehr guten Kaffee gibt. Ich könnte darüber schreiben, welches die Highlights meiner Weltreise waren, was ich noch alles für Ideen und Pläne für die Zukunft habe oder warum eine Weltreise wahrscheinlich das Beste war, was ich je in meinem Leben gemacht habe. Ich könnte darüber schreiben, warum ich seit einiger Zeit häufig in Kirchen gehe oder warum ich stolz bin, Freunde zu haben, die immer für mich da waren und auch da sind. Ich könnte darüber schreiben, warum ich in Neuseeland einmal um sechs Uhr morgens früh in Unterhosen neben meinem Auto gestanden bin, oder warum auch das Sehen von flüssiger Lava in Hawaii ein absolutes Highlight war. Ich könnte noch ganz vieles erzählen und damit versuchen, das zu beschreiben, was eine Weltreise eben genau zu dem macht, was eine Weltreise ist: Eine Reise zu neuen Horizonten. Eine Reise, bei der ich viele Momente erleben durfte, die unbeschreiblich sind. "Unbeschreiblich schön" halt.
In meinem Blog habe ich ab und zu etwas erzählt. Aus meinem Reisealltag, meinen Erlebnissen und meinen Erfahrungen. Hie und da bin ich abgeschweift, habe über isländische Hotdogs berichtet und südamerikanische Zahnärzte, habe sicher auch Dinge von mir preisgegeben, die in "professionellen" Reiseblogs nicht zu lesen sind - und meine Blogleser damit auch an persönlichen Erlebnissen teilhaben lassen. Ob und wann ich wieder einen Blogbeitrag hier auf camerahike schreiben werde, weiss ich aktuell noch nicht, es kann gut sein, dass genau dieser Beitrag hier (für eine sehr lange Zeit) bereits der letzte Beitrag ist. Ich hoffe, dass Euch mein Blog ab und zu ein Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert hat oder einfach den Alltag etwas "aufgepeppt" hat und bedanke mich an dieser Stelle auch nochmals ganz herzlich für alle Nachrichten und Rückmeldungen.
Wünscht mir guten Wellengang. Ich wünsche Euch den Mut, gewohnte Ufer zu verlassen und neue Horizonte zu entdecken - Auf welchem Weg auch immer. Sicher werde ich hier auch in Zukunft (und nach meiner zweiten Reise in die Antarktis) noch ein paar Bilder hochladen. Am besten du besuchst meine Webseite also auch einfach ab und zu sonst mal wieder.
Bis dahin und auf weiteres wünsche ich Euch allen neben neuen Abenteurn ganz einfach zahlreiche "unbeschreibliche Momente".
Simon
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