Tschüss Neuseeland - Hello Australien
- 23. Apr. 2018
- 5 Min. Lesezeit
Um einen guten Blogbeitrag zu schreiben, braucht man Zeit. Wenn es auch oft nur ein paar Worte sind, bloggen ist gar nicht so einfach. Gute Reiseblogs im "klassischen Sinne" zeichnen sich wohl dadurch aus, dass der Verfasser eingehend recherchiert, eigene Erfahrungen hinterfragt und dann zuweilen bis ins letzte Detail den Lesern fast schon im Sinne eines "Kochrezepts" vermittelt, wo es in welchem Land was zu sehen gibt, wie man die Tour zur Destination XY plant und dabei auch noch sein Portemonnaie schont, worauf man des weiteren besonders achten muss etc. Würde man mein Blog unter diesen Kriterien anschauen - ja ich gebe es zu: "Durchgefallen, bitte (bei der nächsten Weltreise) nochmals versuchen".
Ein guter Blog besticht meiner Meinung aber vor allem auch dadurch, dass er authentisch und persönlich geschrieben ist. Und ganz ehrlich: Ja mir fehlt aktuell sowohl die Zeit als auch Lust, um regelmässig lange Blogbeiträge zu schreiben. Und heute muss ich feststellen, dass genau das passiert ist, was wohl passiert, wenn man mal (wie ich als absoluter Hobbyblogger) einen Blog startet und sich auf einer Weltreise befindet: Je länger die Reise dauert, desto kürzer werden die Blogbeiträge.

Fotografieren macht mir noch immer mehr Spass als Bloggen - Pelikane im goldenen Abendlicht.
Nun ja - Reisen ist nicht immer einfach nur "Spass" und "Freude": Wer selbst schon eine längere Reise gemacht hat, der weiss, dass neben Reise organisieren wie Flüge, Unterkünfte, Route, Dinge anschauen, ganz plötzlich doch nur noch wenig Zeit mehr bleibt, wo man einfach mal "sein" kann. Wo man nach X Reisetagen und tausenden Eindrücken einfach mal NICHTS machen darf. Dinge wie "Wieder mal richtig ausschlafen", "Zwei Stunden eine dumme Fernsehsendung schauen" etc. - So geht es mir auf jeden Fall, zumindest an ein paar Tagen: Dann vermisse ich nicht das "grosse Abenteuer", sondern eine Tasse Tee mit meiner Mutter, ein Gespräch auf dem Balkon mit meinem Vater, Ein Lauf auf die Seebodenalp mit meinen Freunden, Eine Diskussion mit meiner Schwester oder auch mal ganz einfach eine richtig gemütliche "Jeans".
Nein, ich habe keine Zeit für einen langen Blogbeitrag. Und wahrscheinlich wird er jetzt doch länger - weil immer wenn ich mit Bloggen anfange - ich auch gerade dadurch wieder mal Zeit habe, etwas über alles nachzudenken und mich nochmals zu freuen. Sowohl was ich auf meiner Reise bisher erleben durfte und gleichzeitig aber auch wie ich mich doch schon sehr freue, in absehbarer Zeit (Juni) zumindest mal für ein paar Wochen wieder einfach "back home" zu sein.
Tschüss Neuseeland

Besondere Abendstimmung auf der Südinsel in Neuseeland
Die Südinsel von Neuseeland habe ich bereits vor rund 10 Tagen verlassen und bin von Christchurch nach Brisbane, Australien geflogen. Die Südinsel von Neuseeland hat zwar schöne Natur, mein Eindruck aber: Touristisch völlig aufgeblasen, jeder Stein ist angeschrieben, jede Naturattraktion per Rollstuhl zugänglich, auf gefühlt 4 Millionen Einwohner gibt es mindestens genau so viele Touristen, kulturell ist leider nicht los, es gibt auf der Südinsel zwar ein paar "fancy" Kaffees, nichtsdestotrotz um 20.30 Uhr spätestens ist tote Hose und das überall in Neuseeland, sämtliche Tankstellen werden zu 99 Prozent von Indern geführt, die Hotels und Unterkünfte sind grösstenteils in asiatischer Hand, du kannst bei Chinesen türkische Kebabs essen und deine Wertsachen überall rumliegen lassen (Ja Neuseeland ist vielleicht das sicherste Land der Welt), kulturell gesehen war für mich Neuseeland aber das langweiliste Land, das ich je bereist habe. Auf eine Karte meiner Route auf der Südinsel verzichte ich hier bewusst.
Hello Australien
Ja das "Hello" kommt verspätet, ich weiss. Anyway: Wer nach Australien reist, wird sich zwangsweise mit der Frage "Eastcoast" oder "Westcoast" auseinandersetzen müssen, insbesondere da Australien ein doch grosses Land ist und nicht jeder einfach unbeschränkt Zeit hat, um hier auch alles zu erkunden. "Alles zu erkunden" war auf meiner Reise noch nie der Anspruch und in der Regel nehme ich mir sehr gerne ausreichend Zeit um ein Land auch wirklich zu "erleben".
Also was nun: East Coast oder West Coast? Ganz einfach: "East Coast light" (von Brisbane nach Adelaide, also ohne den Abschnitt von Cairns nach Brisbane) und West Coast (Von Perth nach Darwin). Und so habe ich das schliesslich gemacht: In den letzten rund 10 Tagen bin ich von Brisbane aus gestartet und werde morgen Abend in Adelaide sein, von wo ich am 25.4. dann nach Perth fliege und mich dann mit etwas mehr Zeit auf den Weg der ganzen Westcoast entlang nach Darwin mache.
Meine "Tour" (Brisbane nach Adelaide) war verbunden mit vielen vielen Kilometern (wer es sich nicht vorstellen kann, auch mal bei Nacht noch ein paar Stunden Auto zu fahren - Bitte NICHT nachmachen). Und auch wenn gemäss einigen Reiseführern dafür eigentlich doppelt so lange einzuplanen wäre - ich würde es genau so wieder machen. Ich war an der Byron Bay, an der Gold Coast, in Brisbane, in Melbourne, in Sydney, habe die Great Ocean Road gemacht, eigentlich alles was man auf dem Weg so sehen kann. Und alles in allem fand ich es extrem gemütlich, habe auch mal ein Kinofilm angeschaut in Sydney, am Strand flaniert etcetc. - wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Die "Twelve Apostels" an der Great Ocean Road
Australien gefällt mir bis jetzt richtig gut. Schon einfach deshalb, weil man hier jede Menge "Coole Tiere" in völlig freier Natur sehen kann: Ich habe jeden Tag Kangaroos gesehen (manchmal nur eines, manchmal dreissig), einen kleinen Wombat und ein paar Koalas in einem Nationalpark und mit etwas Glück haben in Mallacoota (übrigens ein sehr toller Ort und nahezu unbekannt beim Massentourismus) ein paar Fischer zur späten Stunde ihre Fische "ausgenommen". Ein gefundenes "Fressen" für die rund fünfzig Pelikane in diesem Ort - Genauso wie für mich als Fotograf, der immer mehr auch eine Vorliebe für Tier- und Wildlifefotografie entdeckt.
Hier ein Selfie mit ein paar Pelikanen und einem Kangaroo sowie was Wissenswertes (man soll ja auch etwas lernen auf so einer Reise):

Ich werde noch sicher rund drei Wochen in Australien bleiben, dann vor allem die Natur an der Westküste entdecken und danach aller Voraussicht zu einem weiteren (asiatischen) Reiseziel aufbrechen. Mir geht es sehr gut und ich bin weiterhin einfach sehr glücklich und dankbar für alles.
Und wenn ich was gelernt habe: Vieles läuft nicht immer so, wie es mal geplant war - Und genau das ist das Beste, was passieren kann. In diesem Sinne ist nun auch dieser Blogbeitrag hier länger ausgefallen, als dies einmal meine Absicht war. Aktuelle Fotos von einigen Eindrücken finden sich wie gewohnt in der Rubrik Portfolio - inklusive ein paar neuen Bildern aus Neuseeland.
Euch Allen wünsche ich jetzt einen guten Tag - und sollte mal demnächst ein "Challenge" kommen, machs ganz einfach wie das Kangaroo - Immer schön vorwärts gehen.
See you soon, Simon
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