Eine Liebeserklärung an Hawaii - Aloha im Herzen.
- Simon Erni
- 22. Okt. 2017
- 7 Min. Lesezeit
Aloha - Dieses Wort siehst du hier in Hawaii überall: Es gibt das "Aloha Shirt", die "Aloha Tankstelle", das "Aloha Restaurant", den "Aloha Shop", die "Aloha Schule", die "Aloha Beach", in jedem Dorf wird man mit einem freundlichen "Aloha" begrüsst und auch wieder verabschiedet. Aloha ist der Grundgedanke von allem hier auf Hawaii. In diesem Beitrag lasse ich die letzten Tage Revue passieren und gebe Eindruck über das Leben auf Hawaii und darüber, was "Aloha" eigentlich genau ist. Denn Aloha ist viel mehr als "nur" ein Wort, das schön klingt.
Kauai
Ich setze da an, wo mein letzter Beitrag aufgehört hat... auf der Insel Kauai. Kauai ist eine sehr spannende Insel, die vor allem viele einzigartige Natur zu bieten hat. Am 12.10. bin ich in Kauai angekommen. Ich bin dann in den Waymea Canyon, der in Hawaii hier auch als der "Grand Canyon des Pazifiks" bezeichnet wird.

Am Abend (und auch weil ich mich in der Zeit verschätzt habe) bin ich dann zu eher späten Stunde auf einem Zeltplatz gestanden: Mit grossem Hunger aber kleinem bzw. gar keinem Proviant. Hier kurz einkaufen gehen - Unmöglich. Zwei andere Touristen, die abgesehen von mir auch nahezu die einzigen Gäste auf dem Zeltplatz waren, erkannten meine Situation und haben mich zu einem "Camping-Nachtessen" und auch "Frühstück" eingeladen: Sebastian und Sabrina, beide aus Deutschland.


Wir haben uns sehr gut verstanden, beim Zeltabbau am nächsten Tag aber weder Nummern ausgetauscht noch ein Foto gemacht o.ä., das Foto ist ein Tag später entstanden, wo wir uns per Zufall auf einem anderen Campingplatz erneut begegnet sind.
Die Insel Kauai bietet einzigartige Natur, jedoch sind rund 70 Prozent der gesamten Insel weder per Auto und auch über keine Wanderwege zugänglich. Ein Grossteil der Insel besteht aus Regenwald und steilen Klippen, darunter auch die "Na Pali Coast", die hier auf Kauai das eigentliche "Highlight" der Insel ist. Es gibt drei Möglichkeiten, die Na Pali Coast zu entdecken:
(1) Na Pali Coast per Schiff
Am 13.10. habe ich einen Schiffsausflug gemacht. Zusammen mit 15 anderen Gästen und einem lustigen Captain. Auf diesem Schiff habe ich Brenda und Kim getroffen, beide vom "Mainland". Brenda (Mutter) und Kim (Tochter) waren super lustig, cool und die Gesellschaft eine tolle Bereicherung. Wir hatten viel Spass zusammen und auch getanzt etc. Hier ein paar Eindrücke:



Am darauf folgenden Tag (14.10.) habe ich dann etwas "relaxed" und war an einem "Hidden" Beach, den mir ein "Local" empfohlen hat. Um den Strand zu erreichen, musste ich an ein paar Bäumen herunter klettern - aber es hat sich gelohnt. Ein Strand wie im Bilderbuch und fast für mich alleine - denn abgesehen von zwei anderen "Locals" war da niemand.

(2) Na Pali Coast per Wanderung
Am 15.10. wollte ich mich auf den "Na Pali Coast Trail" bzw. zumindest den ersten Teil davon machen. Der gesamte Trail ist 11 Meilen lang (hin und zurück 22 Meilen, ca. 36km) und erfordert eine mehrtägige Wanderung bei welcher du auch ein "Permit" brauchst (dieses muss allerdings mindestens ein halbes Jahr im Voraus reserviert werden, was ich nicht hatte). Ich habe dann ohne Permit immerhin bis zu den Hanakapi'ai Falls wandern dürfen - Eine Wanderung, die hin und zurück 8 Meilen dauert (ca. 13km) und bei der man auch mehrere Flüsse durchqueren muss.

Die Wanderung habe ich zusammen mit "Ri" gemacht, die gleich alt ist wie ich, ebenfalls alleine auf Kauai unterwegs war, ursprünglich aus Vietnam ist, aber seit 25 Jahren in Alaska lebt. Ri habe ich am Vorabend auf dem Zeltplatz kennengelernt. Der ganze Tag war einfach grossartig und Ri ist eine unglaublich coole Frau, die gerne wandert, in Alaska auch grosse Lachse fischt und für jeden Spass zu haben. Auf der Wanderung sind wir Freunde geworden und haben schon Pläne geschmiedet für eine Reise nächsten Sommer durch Alaska.


Falls du selbst mal nach Hawaii gehen möchtest und gerne wanderst - Diese Wanderung ist ein "Muss"!
(3) Na Pali Coast per Helikopter
Die dritte Möglichkeit, sich ein Bild der eindrücklichen Na Pali Coast zu verschaffen, besteht darin, ein Helikopterflug zu buchen. Das habe ich am 16.10. gemacht. Ja das klingt teuer und war auch nicht "gratis" - Mit rund 250 USD für 70 Minuten Flugzeit und dem coolen Erlebnis aber jeden USD wert (nur so zum Vergleich: Diesen Betrag zahlt man auch pro Nacht für ein 4-Sterne Hotelzimmer hier, was ich nie gemacht habe). Den Helikopterflug habe ich rund 4 Tage im Voraus gebucht und zwar bei "Jack Harter Helicopers Kauai".

Es gibt zig Anbieter auf Kauai und den Inseln auf Hawaii generell - Bei "Jack Harter" habe ich gebucht, da dies die einzige Gesellschaft ist, die einen "Open Door Flight", d.h. ein Flug ohne Türen anbietet. Ja das ist "crazy", aber wenn man gerne fotografiert, wären Türen einfach "im Weg" - Also wollte ich das unbedingt einmal erleben. Nach nicht immer nur gemütlichen Nächten im Zelt - habe ich mir diesen "Luxus" gegönnt. Ein absolutes Super-Erlebnis:




Etwas später am Abend habe ich noch Sandro und Francesca aus der Schweiz kennengelernt, die auf Hawaii ihren "Honeymoon" feierten. Das war sehr schön, da ich mich nach langer Zeit auch wieder mal länger auf "Schwizerdütsch" unterhalten konnte.

Die Insel Kauai hat mir super gefallen und ich hätte mir schon fast vorstellen können, da noch "ewig zu bleiben". Da ich aber unbedingt auch noch die Insel Maui sehen wollte, bin ich am nächsten Tag nach Maui geflogen.
Maui
Auf Maui habe ich die ersten drei Nächte in einem Studio übernachtet, das ich über Air Bnb gebucht habe. Am 17.10. angekommen und zuerst einfach mal einen ganzen Tag lang "nichts gemacht", habe ich am 18.10. den Westen von Maui erkundet. Der Westen ist der vergleichsweise eher kleine Teil von Maui und mit einem Mietauto relativ rasch erkundet. So blieb auch Zeit für einen längeren Aufenthalt am Strand, bei dem ich zuerst Owen kennenglernt habe und dann später auch noch seine Frau Susan sowie Floyd und Viola.

Mit Owen (auf dem Bild ganz links), der aus Alberta, Kanada kommt, habe ich fast den ganzen Nachmittag lang übers Reisen, Fotografieren, Kanada, die Schweiz und über das Leben im Allgemeinen gesprochen und wir haben uns auch über viele persönliche Dinge unterhalten. Wäre Owen nicht am nächsten Tag zurück nach Kanada gereist, wir hätten wohl auch noch den nächsten Tag zusammen verbracht. Wir haben uns super verstanden, beinahe so als ob wir uns schon seit Jahren kennen würden. Das war eine schöne Erfahrung und wir sind auch heute noch in Kontakt. Falls Owen eines Tages in die Schweiz kommt, besucht er mich - Wenn ich eines Tages nach Kanada gehe, werde ich Owen besuchen.
Auch dieses Bild ist da entstanden:

Road to Hana - Ein Highlight auf Maui
Am 19.10. habe ich die "Road to Hana" gemacht - mit dem Mietauto und bei schönem Wetter. Für diese Strasse benötigst du rund 12 Stunden, Unterkünfte auf der Strecke gibt es keine (falls du mal selbst nach Maui gehst, unbedingt googeln), es lohnt sich aber. Auf der kurvigen, engen, sehr oft einspurigen Strecke von Paia nach Hana und weiter via Kahului zurück finden sich zahlreiche Wasserfälle, exotische Tiere, lokale "Food-Stände", Vulkanlandschaften und die ganze Strasse ist ein einziges Highlight. Hier ein paar Eindrücke:



Am 20.10. (also gestern) bin ich auf den Vulkan Haleakala, der immerhin etwas mehr als 3000 m.ü.M. liegt und auf welchem auch eine sehr schöne Pflanze wächst, die es sonst auf keinem anderen Ort der Welt gibt - Die sog. "Ahinahina" (Hawaii Silberschwert):

Am Abend bin ich dann noch an den Ho'okipa Beach, an welchem jeden Abend zwischen 50-60 Schildkröten den Strand ansteuern und da übernachten. Wie die Schildkröten vom Wasser bei Sonnenuntergang ans Land "krabbeln" - Ein schönes Erlebnis.

Und heute... Heute bin ich in Lahaina im "Lahaina Beach House" - habe etwa relaxed und werde auch später nochmals etwas schwimmen gehen. Das "Lahaina Beach House" ist eine kleine und feine Unterkunft, in welcher ich jetzt auch schon eine Nacht (im 4-Bett Schlafsaal) übernachtet habe und dort auch noch meine restlichen Tage hier auf Hawaii verbringen werde, bevor es dann weiter nach San Francisco geht und von dort nach Ecuador zu den Galapagos Inseln. Im Lahaina Beach House sind wir eine Gruppe von rund 10 Leute aus aller Welt (hauptsächlich Österreich, Italien, USA, Brasilien) und auch der Gastgeber Guyton ist oft da.

Es ist sehr angenehm hier, wir alle kennen uns schon etwas (manche schon besser, mache noch weniger) und teilen uns dieses Haus "fast wie eine Familie". Manchmal machen wir zusammen was, dann mal auch jeder wieder etwas nur für sich - ein tolles Erlebnis. Falls du selbst auch mal nach Maui gehst, keine Angst vor einer Nacht mit anderen "fremden" Menschen im gleichen Zimmer hast und aufgeschlossen für neue Bekanntschaften bist, sehr empfehlenswert. Das Lahaina Beach House liegt in Lahaina (das war mal die Hauptstadt von Hawaii lange bevor es Honolulu wurde) und direkt am Strand von der kleinen Ortschaft Lahaina:

Lahaina selbst ist wohl das "schönste Dorf" von ganz Hawaii, die Gebäude sind hier eine Mischung zwischen "Wild West Style" und Fischerhütten. Viele Galerien und Künstler machen Lahaina ausserdem sehr sehenswert.
Das ist Aloha...
Ich habe viel erlebt, bin viel gewandert, habe viel unternommen und werde jetzt die letzten Tage einfach noch etwas "chillen". Je nachdem werde ich noch ein paar Bilder hochladen (weitere schon jetzt in der Rubrik Portfolio) und - vielleicht / vielleicht auch nicht - noch einen kleinen Blogbeitrag schreiben. Was ich von Hawaii mitnehme: Viele neue Freunde und jede Menge "Aloha".

Aloha ist hier Kultur, Lebensphilosophie und Lifestyle in einem. Aloha ist die "Selbsverständlichkeit, jedem als Freund zu begegnen - unabhängig von seiner Herkuft, unabhängig, welchen Beruf er ausübt, unabhängig von allem". Aloha ist nicht "Hippie", denn Aloha verfolgt weder eine bestimmte ideologische, politische oder religiöse Richtung, es ist schlicht und einfach die Kunst, jedem auf ganz natürliche, ungezwugene, unvoreingenommene Art zu begegnen. Ein Hawaiianer, mit welchem ich mich mal länger darüber unterhalten habe, was "Aloha" ist, erklärte mir, dass sich "Aloha" aus "Alo" (geben) und "Ha" (Atem) zusammensetzt. Insofern bedeutet "Aloha", dass man sich gegenseitig "den Atem gibt". Und genau das habe ich hier erlebt - Ich habe viele neue Freundschaften gemacht, denn hier geben sich die Leute das, was man sich selbst wünscht: Viel Freude am Leben und damit etwas vom wichtigsten, was wir mit unseren Mitmenschen auch "teilen" sollten.

In diesem Sinner hoffe ich, dass ich auch Euch eine Freude machen konnte und auch wenn ich Hawaii schon bald wieder verlassen muss, nehme ich ganz viel "Aloha" mit.
Ich wünsche Dir einen ganz schönen Tag mit vielen Aloha-Erlebnissen.
Danke vielmals Hawaii - Mahalo, Simon
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